Ich habe die TS 55 als meinen ersten Festool-Erwerb zusammen mit den passenden Führungsschienen und Halterungen gekauft. An Anfang stand noch etwas Skepsis, ob der hohe Preis gerechtfertigt ist, da ich als junger Heimwerker natürlich auf meinen Geldbeutel achten muss. Die Verpackung im Systainer war mir bis dahin unbekannt und hat mich positiv überrascht; ich kannte bisher nur die grünen oder blauen Kisten von Bosch oder Metabo, die oft nicht ineinanderpassen und schwer zu transportieren sind. Mein erster Eindruck war daher sehr gut.
Mit einem passenden Panther-Sägeblatt für das Besäumen von 30-50mm starken Platten und einem Feinzahnsägeblatt für präzise Zuschnitte war ich gut ausgestattet. Bisher habe ich damit Laminat, Parkett, Holzdecken und Vinylboden (mit Spezialblatt TF 52) verarbeitet. Im Innenausbau kamen diverse Plattenmaterialien wie Holzfaserdämmung, OSB und Neopor zum Einsatz. Für einige Möbelprojekte habe ich ich 45mm starke Douglasien-Bohlen zugeschnitten. Egal ob Längs- oder Querschnitt, mit dem richtigen Blatt und der Schiene entsteht ein ausrissfreier, extrem feiner und absolut gerader Schnitt.
Das ist zwar keine extreme Herausforderung, aber die Präzision, die man mit der 2700mm langen Führungsschiene bei der Verarbeitung von 2,5m langen Bohlen erreicht, ist für jemanden, der zuvor mit einer Wolfcraft-Handkreissäge und einer Alu-Latte arbeiten musste, wirklich erstaunlich. Nach dieser Eingewöhnung folgten Projekt auf Projekt, und man möchte das Gerät kaum noch hergeben. Vergleichsweise leise, kräftig und sicher dank des Bremssystems ist die Arbeit damit eine Freude. In den letzten sechs Monaten habe ich mir weitere Festool-Produkte wie den MFT 3 und das CTL 26 AC zugelegt. Das gesamte System bietet mehr Nutzen als die Summe seiner Teile – Aristoteles hätte das wohl bestätigt, wenn er Festool gekannt hätte.
Eindeutige Kaufempfehlung an alle Heimwerker, die eine hervorragende Säge und Zugang zu einem großartigen System suchen, das über Jahre hinweg Freude bereitet und kaum Kritikpunkte aufweist.